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OFTP/ISDN

Das ODETTE File Transfer Protokoll (OFTP) ist ein Übertragungsprotokoll zum Austausch von EDI-Nachrichten. Das 1986 entwickelte Protokoll OFTP entspricht den Empfehlungen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und kommt deshalb auch vorrangig in der Automotive Branche zum Einsatz, ist aber auch in allen anderen Branchen nutzbar.

Was kann OFTP/ISDN?

Das OFTP Protokoll funktioniert zwar unabhängig von der Transportschicht und kann theoretisch auch via Internet kommunizieren, jedoch werden in der Regel ISDN-Verbindungen zur Übertragung der Daten genutzt. Diese galten zum Zeitpunkt, als OFTP1 entwickelt wurde, als schnellster und sicherster Daten-Transportweg. Heute ist diese Form der Datenübertragung zwar nicht mehr State of the Art, jedoch bietet die direkte Kommunikation zwischen den Partnern via Telefonleitung trotz relativ hoher Verbindungskosten ein hohes Maß an Sicherheit. Dies umso mehr, da beim OFTP-Verbindungsaufbau eine gegenseitige Authentifizierung der Partner stattfindet.
Darüber hinaus erhält der Absender der Nachricht, ähnlich wie die Message Disposition Notification (MDN) bei AS2, eine Empfangsbestätigung in Form der End-to-end-Response (EERP). Diese erhöht die Sicherheit zusätzlich und dient der Nachvollziehbarkeit der Transaktion.
Im Gegensatz zu den Standards AS2 oder X400 bietet OFTP die Möglichkeit, abgebrochende Datenübertragungen wieder aufzunehmen. Gerade in der Automobilindustrie, wo regelmäßig extrem große Dateien (bspw. CAD-Dateien) zwischen Partnern ausgetauscht werden, ist dies hilfreich. Nach einem Abbruch der Verbindung setzt die Übertragung genau dort wieder ein, wo sie vorher unterbrochen wurde. So lassen sich Zeit und Kosten für die erneute Übertragung kompletter Dateien sparen.

Wie funktioniert die Kommunikation via OFTP/ISDN?

OFTP erfordert das aktive Senden der Dateien. Eine reine Abholung der Daten – wie bei einer FTP-Verbindung – ist mit OFTP nicht möglich. Der Absender hat lediglich durch das Kommando „Change Direction“ am Ende seiner Übertragung die Option, die Richtung des Datentransfers zu ändern.
Nach dem Verbindungsaufbau und der gegenseitigen Authentifizierung der Partner via ODETTE-ID und Passwort erfolgt die Übertragung der Dateien. Anschließend hat der Sender die Möglichkeit, die Richtung des Datenaustauschs zu wechseln, um die EERP zu bitten und beim Partner anzufragen, ob dieser Daten zu versenden hat. Ist dies nicht der Fall, wird die Verbindung getrennt.

Die Stärken und Schwächen von OFTP auf einen Blick

Die Vorteile:

  • OFTP erlaubt einen Wiederanlauf der Übertragung nach Abbruch der Verbindung. So muss nicht die gesamte Datei neu übertragen werden.
  • Dank End-To-End-Response (EERP) ist die korrekte Übertragung gewährleistet und der Dateitransfer jederzeit belegbar
  • OFTP kann auf verschiedene Transportschichten aufsetzen. Neben ISDN sind auch TCP/IP oder X.25 denkbar

Nachteile:

  • Langsam und unflexibel
  • Kostenintensiv bei der Nutzung von ISDN (Verbindungskosten und evtl. Ausgaben für entsprechende Hardware)
  • Benutzernamen und Passwörter werden unverschlüsselt übertragen
  • Unverschlüsselte Datenübertragung bei der Nutzung von TCP/IP

Wenn auch der OFTP/ISDN Übertragungsstandard als überholt gilt und zunehmend vom Nachfolger OFTP2 abgelöst wird, ist er immer noch weit verbreitet. Je nach Kundenanforderung kann es durchaus notwendig sein, Unternehmen via OFTP an EDI anzubinden.
EDIGrid verfügt auch diesbezüglich über einschlägige Erfahrungen, wie das Referenzprojekt mit der ERICH SYDOW GmbH & Co. KG und deren Anbindung an die Porsche AG zeigt.
Lassen Sie sich über individuelle Möglichkeiten der EDI-Anbindung per OFTP für Ihr Unternehmen beraten. EDIGrid realisiert diese schnell und zuverlässig zum Festpreis.

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